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In unserem Lehrexzellenzprojekt an der FH Köln dreht sich sehr viel um außerfachliche Kompetenzen für Studierende. Das weckt natürlich auch selbst Interesse daran, mal zu sehen, wo man denn selber steht und was man da (weiter) machen kann. An der UDE, wo ich promoviere, werden z.B. im Rahmen der Herbstakademie und auch während des Semesters einige Seminare angeboten, eines davon habe ich die letzten zwei Tage besucht und zwar “Führen und Kommunikation”. Zu Kommunikation im Berufsalltag hatte ich zuvor schon eines bei der Herbstakademie besucht und war davon sehr angetan.

Da ich schon viele Chefs hatte, habe ich mir schon öfter die Frage gestellt, wie führt man denn ein Team, eine Abteilung, etc. gut? Wie würde ich das machen, wenn ich mal eine echte Teamleitung bekäme? Einige Antworten stellten sich im Laufe des Seminares “Führen und Kommunikation” ein.

Thematisiert wurden u.a.

  • Aufgaben einer Führungskraft, deren Rollenverständnis
  • Grundsätzliche persönliche Leitmotive
  • Führungsstile
  • Methoden der Gesprächssteuerung

Aber das beste war eigentlich, sein Führungsverhalten in einem Rollenspiel auszuprobieren und dazu Feedback zu bekommen. Am ersten Tag wollten noch drei Leute (alles Frauen) das Rollenspiel durchführen, zeitlich war es aber nur bei einer möglich. Zur Vorbereitung gab es eine Situationsbeschreibung mit Hintergrundinformationen. Eine der drei Freiwilligen soltle eine Abteilungsleiterin spielen, die ein Mitarbeitergespräch mit einer untergebenen Teamleiterin führen sollte. Diese Teamleiterin hatte laut Beschreibung erhebliche Defizite in Sachen Führungskompetenz, war sehr egozentrisch und behandelte ihre Team nicht gut. Und plötzlich traute sich nur eine Person, das Rollenspiel durchzuführen. Neugier überwog Vorbehalte.

Ich spielte also das Spielchen mit unserer Trainerin als schwierige Teamleiterin. Die Beobachter waren sofort vergessen, da sie die egozentrische Teamleiterin sehr überzeugend spielte. Es war ziemlich anstrengend, sie auf meine Agenda zu lenken und schließlich ein zufriedenstellendes Gesprächsergebnis zu erzielen. Ziel erreicht, aber einige Argumente, mit der ich das Gespräch schneller zum Ziel hätte bringen können, fielen mir im Eifer des Gefechts partout nicht ein. Ein paar klare Hard Facts. Irgendwie schaffte ich es viel mehr mit aktivem Zuhören, nicht provozieren lassen, Vorschläge machen und hartnäckig zurück auf’s Thema lenken.

Eine zuvor gelernte Sache wendete ich leider weniger stark an: Fragetechniken. Wer fragt, der führt. Nur dann, wenn ich von den Gegenargumenten völlig irritiert war, habe ich Fragen gestellt.

Das Feedback der Beobachter war dann wieder sehr hilfreich.

Besonders gut fanden sie, dass ich sehr “deeskalierend” agiert hatte, also mich nicht habe provozieren lassen und immer wenn meine Gesprächspartnerin sehr emotional wurde, Vorschläge unterbreitet habe, die zum Einlenken führten.

Es wäre hier ein ein bisschen autoritärer Führungsstil passender gewesen. Habe deshalb zwischendurch mehrfach die Gesprächsführung verloren. Autoritär führen (wo es passt) müsste ich tatsächlich noch lernen, das liegt mir zunächst mal nicht, aber dafür war ich authentisch ;-)

Alles in Allem war es ein sehr spannendes Seminar, so etwas habe ich im Studium eben auch nie gehabt. Gerade als Doktorand schaut man da auch mal wieder über den eigenen fachlichen Tellerrand hinaus.

 

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Mit dem Synchronizitätsgrad bei Online-Umgebungen für E-Learning hatte ich so meine Zuordnungsprobleme. Theorien und Skalen gesucht, die passende eigentlich längst gefunden und beschrieben. Bemerkt habe ich das aber erst bei einer Diskussion darüber.

Also, als Ergänzung zum letzten Post nun mein Lösungsansatz, um Medien einem Synchronizitätsgrad zu zuweisen:

Der Aktivitätsgrad nach Schulmeister et al. (2009)!

Denn eigentlich habe ich nach etwas gesucht, was zwar in technischen Umgebungen/Medien sichtbar wird, aber ein Indikator für etwas anderes ist, nämlich die Art der Aktivität von Studierenden beim Lernen mit E-Medien.

Aktivitätsgrad beim E-Learning nach Schulmeister et al. (2009)

 

Literatur

Schulmeister, R., Mayrberger, K., Breitner, A., Fischer, A., Hofmann, J., & Vogel, M. (2009). Didaktik und IT-Service-Management für Hochschulen. Referenzrahmen zur Qualitätssicherung und -entwicklung von eLearning-Angeboten. Retrieved from http://www.mmkh.de/upload/dokumente/Referenzrahmen_Qualitaetssicherung elearning_April09.pdf

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Es gibt eine Dimension bzgl. E-Learning-Szenarien über die ich ständig nachdenke, der Synchronizitätsgrad.

Was kann man darunter verstehen?

Nach der Media Synchronicity Theory nach Dennis und Valacich (1999) sind es v.a. die Feedbackgeschwindigkeit, die ein Medium ermöglicht und die Parallelität in der mehrere Personen etwas gleichzeitig tun können, die den Grad an Synchronizität ausmachen.

Einige Medien wie z.B. Telefon weisen eine eindeutige Synchronizitätsspezifik auf. Das Feedback erfolgt synchron, Parallelität, also sehr viele Personen sprechen gleichzeitig, ist nur begrenzt möglich.

Im E-Learning hat man es allerdings eher mit synchronizitätsunspezifischen Medien zu tun. Als Beispiele seien E-Mail und Twitter genannt. Antworten auf Mails bzw. Tweets können Stunden oder Tage später erfolgen. Wenn die Kommunikationspartner allerdings gerade gleichzeitig online sind, kann das Feedback synchron erfolgen.

Zunächst nicht weiter tragisch. Was aber, wenn man wirklich einen Grad an Synchronizität bestimmen möchte, wo bestimmte Medien als Indikatoren dienen? Synchronizitätsunspezifische Medien nach der Media Synchronicity Theory helfen da nicht richtig weiter.

Neues Modell suchen, mit anderen Ideen verbinden und daraus eine eigene Skala bilden.

Einigermaßen passend für meine Zwecke erscheint mir die “Funktion” nach Schulmeister (2003).

Skala Funktion nach Schulmeister (2003)

 

Fraglich als höchste Stufe finde ich allerdings die “Synchrone Kooperation”. Schulmneister ordnet drunter funktionale, kognitive und konstruktive Werkzeuge. Beispiele wären Wikis, Blogs und E-Portfolios.

Die ersten vier Stufen sehe ich in Bezug auf Feedbackgeschwindigkeit in der Kommunikation als plausibel in Sachen Steigerung an.

Stufe 1 ist eine reine One-Way-Kommunikation vom Lehrenden zum Studierenden. In Stufe 2 existiert schon ein Rückkanal, obwohl noch nicht von echter Kommunikation gesprochen werden kann. Stufe 3 stellt die erste echte Kommunikation mit asynchronen Werkzeugen dar. Stufe 4 mit Werkzeugen wie Chat, Webkonferenz/Virtueller Klassenraum stellt eine echte synchrone Kommunikation dar.

Stufe 5 fällt meiner Ansicht nach etwas ab. Kognitive und konstruktive Werkzeuge, die von mehreren Personen gemeinsam genutzt werden, sind nicht richtig synchron in Benutzung. Sie können, z.B. wie ein Whiteboard im virtuellen Klassenraum synchron genutzt werden. Blogs und Wikis in der Regel wohl eher nicht. Wäre es nicht besser hier die Stufen 4 und 5 zu vertauschen?

Schulmeister et al. (2009) haben später zwar noch ein neues Modell zur Synchronizität entwickelt. Dieses ist leider aber weniger eindeutig als das Erstgenannte.

Gibt es noch ein Modell, dass eine eindeutigere Stufung erlaubt?

Literatur

Dennis, A. R., & Valacich, J. S. (1999). Rethinking Media Richness : Towards a Theory of Media Synchronicity. Proceedings of the 32nd Hawaii International Conference on System Sciences (Vol. 0, pp. 1-10).

Schulmeister, (2003). Lernplattformen für das virtuelle Lernen – Evaluation und Didaktik. München: Oldenburg 2003

Schulmeister, R., Mayrberger, K., Breitner, A., Fischer, A., Hofmann, J., & Vogel, M. (2009). Didaktik und IT-Service-Management für Hochschulen. Referenzrahmen zur Qualitätssicherung und -entwicklung von eLearning-Angeboten. Retrieved from http://www.mmkh.de/upload/dokumente/Referenzrahmen_Qualitaetssicherung elearning_April09.pdf

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