Bücherkonsum

Seit einigen Monaten beobachte ich ein interessantes Phänomen an mir selbst. Kurz nach Beginn meines Masterstudiums habe ich wieder begonnen, vermehrt Bücher zu lesen. Inhaltlich haben sie größtenteils nur indirekt etwas mit den Studieninhalten zu tun. Allerdings regen viele davon zu weiteren Recherchen an. Web 2.0 und die Auswirkungen auf das tägliche (Arbeits-)Leben sind hier meine beliebtesten Themen, letzteres auch in Bezug auf den 2. Studienabschluss mit etwas anderer Richtung als der erste. Wie könnte meine Jobentwicklung aussehen? Dazu gibt es doch einige interessante Bücher. 6 habe ich dieses Jahr schon gelesen. Jetzt noch ein Empfehlung die nicht Web 2.0 und Studium/Job betrifft:

Brasilien, Brasilien von Joao Ubaldo Ribeiro, ein spannender Roman, der größtenteils im Brasilien des 19. Jahrhunderts spielt. Der Einblick in das Verhältnis der Sklaven zu ihren Herren und das Leben der Sklaven nach ihrer Befreiung läßt viele Rückschlüsse auf die heutige brasilianische Gesellschaft zu.

City of Men

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Rio de Janeiro
Originally uploaded by netsonique.
Vor knapp 4 Jahren habe ich zum ersten Mal den Film „City of God“ gesehen. Die Story, die Umsetzung und das Leben in Rios Favelas hat mich sehr mitgerissen. Nach diesem Film wurde mit einigen der Darsteller eine Fernsehserie gedreht, die in Brasilien sehr großen Erfolge hatte. Die 3 bisher in Deutschland auf DVD erhältlichen Staffeln habe ich mir jetzt zugelegt und finde die Serie noch besser als den Film. Was City of God vom alltäglichen Leben in Favelas nur anriss, wird hier ausführlicher dargestellt und zeigt auch, dass es nicht nur Bandenkriege und Drogenkriminalität in Favelas gibt. Außerdem spielt „City of Men“ im heutigen Rio de Janeiro. Die Landschaften, die man dort sieht, habe ich teilweise auch selber gesehen. Das ist schon ein interessantes Gefühl der Vertrautheit, wenn man dort bekannte Straßenzüge und bekannte Sehenswürdigkeiten erkennt. Man bekommt einen sehr guten Eindruck, wie Jugendliche aus den Armenvierteln in Rio aufwachsen. City of Men spielt nicht nur in der Favela selbst, sondern auch in den umliegenden Gebieten, die man als Tourist auch zu sehen bekommt. Rocinha, die größte Favela Brasiliens, einer der Schauplätze liegt sehr nahe am Strand von Ipanema. Als wir da waren, surften dort auch einige Favela-Kids.

Eine gute Beschreibung der Serie liefert der Artikel „City of Men – Die Könige der Favela“ vom Tagesspiegel.