Reflexionen über Kuba

Nach dem Masterabschluß brauchte ich erstmal Urlaub. Schon länger stand fest, dass wir nach Kuba fliegen wollten. Martin hatte so viel von seiner ersten Reise dorthin erzählt, dass ich das Land noch einmal sehen wollte, bevor doch der Kapitalismus Einzug hält. Wir starteten mit einer ein-wöchigen Rundreise von Holguin im Osten Kubas. Von dort ging es über Bayamo nach Santiago de Cuba. Wir machten erste Bekanntschaft mit den allgegenwärtigen Trovamusikgruppen. Trova ist quasi kubanische Volksmusik, wobei im Grunde alle Kubaner das mögen. Ist nicht so wie bei uns.
Da der durchschnittliche Kubaner von seinem meist staatlichen Lohn nur so gerade eben leben kann, verdienen sich die meisten etwas dazu oder haben Verwandte im Ausland, die Geld schicken. Die Musikgruppen jedenfalls verdienen das Meiste durch Trinkgelder von Touristen, also kommt am Ende immer einer sammeln. Man muss dazu wissen, dass es in Kuba 2 Währungen gibt: den Peso National und den Peso Convertible für die Touristen. Letzterer ist 24 mal so viel wert wie der Peso National. Für einen Kubaner ist dann ein Peso Convertible schon eine Menge wert.
Von Santiago aus ging es per Inlandsflug mit einer 30 Jahre alten Boeing 737 nach Havanna. Man merkt mittlerweile, dass die Altstadt Weltkulturerbe ist, denn einige der Kolonialhäuser sind inzwischen renoviert und erstrahlen in einer wahren Farbenpracht. In Havanna fahren noch besonders viele der alten amerikanischen Autos aus den 50er Jahren umher, was ein eindrucksvolles Gesamtbild ergibt. Aber es gibt auch viele hässliche russische Ladas und mittlerweile einige neue asiatische Wagen. Die bekannten Kamelbusse gibt es in Havanna nicht mehr. Stattdessen fahren neue chinesische Busse umher.
Per Tagesausflug fuhren wir in das Vinalestal mit den seltsamen Kalksteinfelsen. Ohne Wanderung durch das Tal war es aber nicht ganz so beeindruckend.
Weiter ging es dann per Bus von Havanna aus wieder Richtung Osten. U. a. Trinidad, eine sehr ursprünglich erhaltene Kolonialstadt haben wir gesehen. Am Ende wurden wir dann in unser Luxushotel am Meer gebracht. Das war ein gewaltiger Unterschied zum normalen Kuba, was wir auf der Rundreise gesehen hatten. Auf der Rundreise gab es beispielsweise oft keine Auswahl beim Essen. Hühnchen mit Reis und schwarzen Bohnen war der Standard. Typisch kubanisch eben. Im letzten Hotel gab es ein Buffetrestaurant und 4 Themenrestaurants. Alles inklusive auch Cocktails!
Tauchen ebenfalls und davon machten wir ausführlich Gebrauch. Viele Korallen gab es. Bunte Fische, mehrere Muränenarten, Rotfeuerfische und Haie. Die Rotfeuerfische gibt es eigentlich nicht in der Karibik, eingeschleppt.
Die Fotos der Rundreise und vom Tauchen liegen bei Flickr.