Wasserfälle, Höhlen und Tafelberge – Natur in Brasilien abseits von sonnigen Palmenstränden

Zeitlich muss ich noch einmal bei der diesjährigen Brasilienreise vor Bonito zurückspringen. Auch schon beim Besuch meines Vaters in Curitiba haben wir einen größeren Ausflug zu Wasserfällen gemacht. Ca. 300km entfernt bei Prudentopolis, einer Stadt ukrainischen Ursprungs, liegen mehrere hohe Wasserfälle. Über ca. 40km Erdstrasse ab Prudentopolis ging es dorthin. In mitten von Araukarienwäldern, dem Wahrzeichen des Bundestaates Paraná, liegen tiefe Canyons mit Wasserfällen. Rundherum bieten nur kleine Bauernhöfe Anzeichen von Zivilisation. Wieder mittem im Nichts liegt dann eine kleine Informationsstation mit einem Bediensteten und dann kann man über Waldwege zu den Wasserfällen wandern.

Bauernhof bei Prudentopolis

Bauernhof bei Prudentopolis

Araukarien am Fluss

Araukarien am Fluss

Wasserfall São Francisco

Wasserfall São Francisco

Weiter zu anderen Naturschauspielen: Bei Bonito habe die erste besuchte Grotte gar nicht erwähnt. In unglaublichem Blau kommt die Gruta do Lago Azul daher. Man beachte links im Bild die Spiegelung der Stalaktiten auf dem Wasser, die eine L und ein A passend zum Namen bilden.

Gruta do Lago Azul

Gruta do Lago Azul

Ein weiteres geologisch interessantes Gebiet in Brasilien befindet sich westlich von Salvador im Bundesstaat Bahia. Die Chapada Diamantina ist eine ehemaliges Diamantenabbaugebiet mit Tafelbergen, Höhlen und Grotten. Continue Reading

Kleiner Einschub: Reiseinteressen

Inspiriert durch einen Blogpost mit dem Titel „Geständnisse eines introvertierten Reisenden“ möchte ich auch einmal beschreiben, warum ich lieber Naturerlebnisse statt Partys an Palmenstränden bevorzuge. Ganz einfach, ich bin ebenfalls eher introvertiert und mit großen, lauten Gruppen etwas zu unternehmen, kostet mich unglaublich viel Energie. Allein reisen tue ich zwar nicht, aber bisher am liebsten mit maximal 1-2 Bezugspersonen. Eine große Herausforderung für introvertierte Reisende ist z.B. die Riviera Maya, wo ich letztes Jahr mit meinem Mann war. Einerseits gibt es unglaublich spannende Dinge in der Natur zu sehen, nämlich die Cenoten und eine interessante Tierwelt im Dschungel. Andererseits lag unsere Tauchbasis in Playa del Carmen, ein Touristenzentrum an der Riviera Maya. Party wird dort sehr groß geschrieben. Die extrovertierte Welt erwartet, dass jemand, der nach Playa del Carmen reist, dort vor allem Party macht. Bis tief in die Nacht mit viel Alkohol. Da liegt nun mal nicht mein Interesse und außerdem verträgt sich das unglaublich schlecht mit dem Tauchen. Freie Zeit ist mittlerweile ein kostbares Gut und die verbringe ich lieber mit etwas, was mir wirklich Spass macht. Tauchen ist gerade für Introvertrierte eine wunderbare Sache, bei der man entspannen und Energie tanken kann. Mit Atemregler im Mund ist Small Talk unmöglich 😉 Kommunikation konzentriert sich auf das Wesentliche. Allerdings kann der Weg bis ins Wasser und danach wiederum ziemlich anstrengend sein. Beim Tauchen in Gebieten mit vielen US-amerikanischen Gästen erwarten diese nach dem Tauchgang, dass jeder sagt, er sei „GREAT! AMAZING! MARVELOUS!“ gewesen. Also, dass man seine Begeisterung in die Gegend schreit. Da komme ich mir bisweilen ziemlich doof bei vor und sage einfach nur „Ja, war gut.“. Dabei werde ich dann ziemlich schräg angeschaut, weil ich nicht total ausflippe vor Freude. Ich drücke die Begeisterung lieber nach etwas mehr Reflexion mit Fotos in einem Blogpost aus.

Auch die diesjährige Brasilienreise war wieder so eine Introvertiertenreise auch wenn sie aufgrund der knappen Zeitplanung zunächst nicht ganz ins Bild passt. Die Ziele hingegen schon: Naturerlebnisse in kristallklarem Wasser, Wanderungen auf Hochebenen mit tiefen Wasserfällen, mit nur drei Leute durch eine Höhle klettern. Mit dieser Reise geht es im nächsten Post weiter.