Tauchen Tulamben

Pygmäenseepferdchen

Pygmäenseepferdchen

Den Großteil unserer Balireise verbrachten wir im Nordosten der Insel, in dem Örtchen Tulamben. Dort liegt ein bekanntes Wrack aus dem 2. Weltkrieg, die Liberty, weshalb dort viele Tauchschulen von allen Ecken der Insel hinfahren. Direkt vor Ort zu sein hat den Vorteil, dass man außerhalb der Stoßzeiten das Wrack betauchen kann. Wir waren beim Tauchterminal Tulamben untergebracht. Eines sollte man unbedingt vorher wissen: Tulamben hat keinen Strand im üblichen Sinne. Das Ufer besteht aus dicken rundgeschliffenen Lavasteinen. In der ersten Woche machten uns diese in Kombination mit hohen Wellen einige Schwierigkeiten beim Ein- und Ausstieg aus dem Wasser. Ohne 1-2 Leute, die einen festhielten, ging gar nichts. Die hohen Wellen verursachten für einige Tage auch schlechte Sicht. Teils lag die Sichtweite nur bei 5m. Trotzdem, einmal im Wasser boten das Wrack und die weiteren Tauchplätze aber einiges an buntem, vielfältigem Leben. Großes wie Riesenzackenbarsche, Riesenbarakudas, Riesenmuränen, große Büffelkopfpapageifische, Weißspitzenriffhaie und Schildkröten schwamm vorbei.

Barakuda

Barakuda

Mit etwas Sucherei verbunden fand sich viel Kleines wie Pygmäenseepferdchen, winzige Glasgarnelen, diverse hübsche Nacktschnecken und Schaukelfische. Nicht ganz so klein gab es auch Clown- und weitere Anemonenfische, die ich besonders lustig fand, wie sie immer aus ihrer Anemone herausschauten und schnell wieder reinhuschten.

Nacktschnecke

Nacktschnecke

Clownfische

Clownfische

Nachdem wir die 3 Tauchplätze direkt vor Ort, Liberty, Coral Garden und Dropoff, je 2 mal mit Guide betaucht hatten, gingen Martin und ich auch auf eigene Faust los. Nur kurz bei der Basis den gewünschten Platz und die Zeit anmelden, dann wurde das Tauchgerät fertig gemacht und zum Einstieg gebracht. Sehr gewöhnungsbedürftig für uns, Frauen aus dem Dorf Tulamben trugen je 2 Tauchausrüstungen (Flasche mit Jacket und Atemregler) auf dem Kopf durch die Gegend. Mit Flipflops auf dem Lavageröll… Selber tragen ist nicht, man ist sonst asozial und nimmt ihnen die Arbeitsplätze weg. Alternativ wurden die Tauchgeräte per Moped von anderen Helfern durch die Gegend gefahren. Dass da nie was runterfiel hat mich echt gewundert. Einen Tag machte ich mit Apnea Bali einen Ausflug in die Apnoewelt. Ich nahm an einem Tieftauchtraining teil. Die Möglichkeit in einem natürlichen, warmen Gewässer einmal richtig runterzugehen, musste ich einfach nutzen. Die langen Apnoeflossen hatte ich mitgenommen. Bis 20m schaffte ich es tatsächlich am Bojenseil hinabzutauchen. Dort merkte ich aber, dass ich wirklich nicht tiefer gehen konnte, da ich den mir bereits bekannten Methoden Valsalva und Frenzel keinen Druckausgleich mehr hinbekam. Lunge so komprimiert, dass ich keine Luft mehr in die Tuben befördern konnte. Ansonsten war es ganz gut dort unten und ich tauchte entspannt wieder auf. Am Ende des Aufenthalts gönnten wir uns noch 2 Nachttauchgänge im 28 Grad warmen Wasser. Besonders spannend war der an der Liberty. Das Wrack ist nämlich beliebter Schlafplatz der Büffelkopfpapageifische. In großem Schwarm und deutlich näher als am Tage konnten wir sie bewundern. Ebenso scheint nachts die Aktivität der Riesenmuräne zu steigen. Diese ging auf Jagd und wurde dabei von einem Riesenzackenbarsch gestört.

Fische in Koralle

Fische in Koralle

Martin vor Liberty

Martin vor Liberty

Ubud – Stadt mitten in Reisterassen

Reisterassen Ubud

Reisterassen Ubud

Ein nächster Ausflug führte uns für 2 Tage nach Ubud, dem kulturellen Zentrum Balis laut Reiseführer. Ein festgelegtes Programm hatten wir nicht, wir wollten uns das Städtchen einfach so mal anschauen. Es erwartete uns ein großer Trubel. Überall wurde man angesprochen, ob man ein Taxi benötige. Auf den Strassen war ein Höllenverkehr. Auf schmalen Bürgersteigen konnte man aber doch zu Fuß gehen. Überall kleine Lädchen mit verschiedener Art von Kleidung, Holzschnitzereien und Silberschmuck. Ohne Meerzugang war es zusätzlich noch etwas heißer als bei den bisherigen Orten. Für den Abend besorgten wir uns Karten für eine Tanzvorführung in einem Tempel. Kecak, eine Dramageschichte nur von Männern getanzt sowie mit Feuereinsatz. Verstanden haben wir nicht viel, aber optisch und akustisch beeindruckend war es dennoch. Zum Reingucken: Im Film Baraka kommt ein balinesischer Kecaktanz vor. Am nächsten Tag wanderten wir einfach los in Richtung Reisterassen. Es war allerdings gar nicht so einfach einen Weg weg von den Straßen zu finden. Den, den wir letztlich nahmen, führte zu einem Restaurant und Spa mit super Blick auf – na? – Reisterassen. Bei unserer ersten frischen Kokosnuss genossen wir die Aussicht.

Frische Kokosnuss

Frische Kokosnuss