Guadeloupe, Frankreich in der Karibik

In der Schule habe ich 5 Jahre lang Französisch gelernt und hatte mal Lust, die Sprache wieder anzuwenden. Für einen Tauchurlaub im Winter eignen sich da eher französische Überseedepartements. So fiel die Wahl auf Guadeloupe, Karibik.

Die Anreise ist nicht ganz so einfach. Einen Zwischenstopp in Paris mit Flughafenwechsel ist leider notwendig. Für den Bustransfer dazwischen ist meist das Ticket im Flugpreis enthalten. Dieses sollte man sich nach Möglichkeit direkt am Schalter in Deutschland ausdrucken lassen. Alternativ muss man in Paris zum Air-France-Schalter, was aus Zeitgründen schwierig werden kann. Guadeloupe ist ein Inselarchipel mit zwei großen Hauptinseln, Grande-Terre und Basse-Terre. Grande-Terre ist eher flach und hat weiße Strände wegen des Kalksteinbodens. Basse-Terre ist deutlich höher und besitzt mit dem Vulkan La Soufrière den höchsten Berg der kleinen Antillen. Er ist aktiv und 1467m hoch. Die Topografie Basse-Terres und der Einfluss des Nord-Ost-Passats bewirkt, dass es viel regnet und daher Regenwald die Insel bedeckt. Außerdem schützen die hohen Berge die Westseite vor starkem Wind. Das wesentliche Tauchgebiet Guadeloupes befindet sich daher bei Basse-Terre, das Reserve Cousteau. Unsere Unterkunft und Tauchbasis lagen daher auf Basse-Terre. Zur Erkundung alles Weiteren hatten wir die meiste Zeit einen Mietwagen.

Getaucht sind wir mit Les Baillantes Tortues, den gähnenden Schildkröten. Geleitet wird die Basis von Cor und Chantal, er Niederländer und sie Französin. Französisch mussten wir nicht sprechen beide sprechen Englisch und Cor auch Deutsch 🙂

Das Tauchen mit den beiden machte soviel Spass, dass wir 23 Tauchgänge absolvierten. Darunter waren die besten Spots im Reserve Cousteau und einige am Außenriff. Das Wasser hatte immer eine Temperatur von 27 Grad und Sichtweiten von ca. 20-30m. Ausnahme bildete ein windiger Tag mit starkem Schwell, wo es manchmal nur für 5m reichte. Karibiktypisch gab es diverse Kaiserfische, insbesondere Franzosenkaiserfische. Einen meiner Lieblinge, die ich bisher nur in der Karibik gesehen habe, sahen wir auch häufiger, den Tüpfelritterfisch.

Franzosenkaiserfisch

Franzosenkaiserfisch

Tüpfelritterfisch

Tüpfelritterfisch

Franzosenkaiserfische treten fast immer als Päarchen auf. Wenn man einen sieht, ist der zweite nicht weit. Als Jungtiere sind sie schwarz mit gelben Streifen und sehen damit genauso aus wie junge graue Kaiserfische, die als Erwachsene allerdings, wie der Name schon sagt, grau sind.

Tüpfelritterfische haben als Jungtiere eine sehr lange Rückenflosse sowie eine lange Schwanzflosse. Beide sehen eher als wie lange Fahnen.

Weniger schön, es gibt immer mehr Rotfeuerfische, die nicht in die Karibik gehören und u.a. die Ammenhaie aus ihren Verstecken vertreiben. Wir haben keinen einzigen Ammenhai gesehen.

Orangefarbene Kelchkoralle

Orangefarbene Kelchkoralle

Nadine im Reserve Cousteau

Nadine im Reserve Cousteau

Eine Überraschung bzgl. Tauchablauf gab es schon am ersten Tag. Cor hatte gesehen, dass unsere Fähigkeiten zu unseren Brevets passen und ließ uns den zweiten Tauchgang nach einem ausführlichen Briefing über die örtlichen Gegebenheiten alleine losziehen. Entsprechend den französischen Gesetzen, nach denen sich der höher Brevetierte nach der Maximaltiefe des niedriger Brevetierten richten muss. CMAS*** darf max. 60m tief. Ist der Partner aber „nur“ CMAS** geht es auf max. 25m. Das beste Licht für Foto/Video ist eh in den gerigneren Tiefen. Es machte jedenfalls viel Spass, selbst zu navigieren. Anfangs sahen die Korallenriffe noch in allen Richtungen gleich aus. Bald hatten wir uns aber einige Besonderheiten eingeprägt und fanden uns auch ohne Kompass gut zurecht.

Zum Teil führten Martin und ich abwechselnd eine 4er oder 3er Gruppe. Die zusätzlichen Taucher waren Open Water Diver. Klappte gut, sie konnten alles Nötige. Nur navigieren konnten sie noch nicht, weshalb Cor sie uns mitgab.

Im Reserve Cousteau gefielen mir die heißen Quellen mit 70 Grad heißem schwefelhaltigen Wasser. Einiges über unterschiedliche Tauchcomputer habe ich auch bei einem Dekotauchgang zu einem Wrack gelernt. U.a. dass bei Suuntos eine bereits erreichte Dekostufe in flachem Wasser durch einen Deepstop wieder aufgehoben werden kann. 1-2 min in 20m „abhängen“ ist angenehmer als 3-5 min in 3m Tiefe!

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