Wanderinsel Guadeloupe

Nicht nur unter Wasser hat Guadeloupe viel zu bieten. Als Übergang von Wasser zu Land noch ein Nachtrag zum Tauchen. Bei einem Tauchgang im Reserve Cousteau kletterte ich nach dessen Ende wie gewohnt die Bootsleiter hoch. Ein schon etwas größeres Tier sprang mir direkt entgegen, ein Leguan! Der hatte es sich auf dem Trittbrett gemütlich gemacht. Von mir aufgeschreckt schwamm er schnell von Dannen.
Wie schon im vorigen Beitrag geschrieben, hat Guadeloupe mit Basse-Terre eine gebirgige und sehr grüne Seite. Wo viel Grün ist, ist auch Wasser. Guadeloupe hat auch den Namen „Insel der schönen Wasser“. Diese bestehen aus vielen Flüssen, Wasserfällen und Bassins. Nicht zu vergessen auch das teils türkisfarbene Meer.

Strand bei Ziotte

Strand bei Ziotte

Schiefer Baum, gebeugt vom Nordostpassat

Schiefer Baum, gebeugt vom Nordostpassat

Einsiedlerkrebs

Einsiedlerkrebs

Auf Guadeloupe sind wie auch sonst in Frankreich Wanderwege immer gut gekennzeichnet. Mit der entsprechenden Literatur kann man sich vorher Wanderungen mit besonders interessanten natürlichen Gegebenheiten aussuchen. Leider gab es keinen deutschen Wanderführer aber das Schulfranzösisch reichte aus, um die französische Variante zu lesen.

Unsere Inselerkundung zu Fuss begann mit einer Küstenwanderung im Norden Basse-Terres. An einigen Bäumen konnte man den Einfluss des Nordostpassats sehen. Unterwegs begegneten uns diverse Einsiedlerkrebse in allen Größen.

Das Wanderbuch führte uns auch mehrfach in den Nationalpark von Guadeloupe mit vielen Flüssen und tropischem Regenwald. Den ersten Versuch allerdings brachen wir sofort ab, da es in Strömen regnete. Was es im Regenwald gelegentlich tut. Nur an der Küste ahnt man oft noch nicht, was einen oben auf den Bergen des Regenwalds erwartet. Da die Strecken auf Guadeloupe noch überschaubar sind, fuhren wir einfach nach Grande-Terre rüber und machten eine Wanderung in den Mangroven. Auch hier gab es wieder viele Einsiedlerkrebse.

Die schwierigste Tour musste in Sachen Wetter sehr gut geplant werden, der Aufstieg auf den Vulkan La Soufrière. Dort wollen alle Touris drauf und es gibt nur einen kleinen Parkplatz. Also ganz früh losfahren, hieß für uns 5.45 Uhr Abfahrt im Hotel, Start der Wanderung an den Baines jaunes, den gelben Bädern, 7.30 Uhr. Nicht nur der Andrang ist ein Grund, um früh zu starten. Die Wolken rund um den Vulkan ziehen sich ab 10 Uhr morgens zu und es regnet. Immerhin 10.000mm Regen fallen dort oben pro Jahr!

Noch einmal zurück zum Startpunkt, den Baines jaunes. Dies sind Bäder mit schwefelhaltigem ca. 30 Grad warmen Wasser, eindeutig beeinflusst von La Soufrière. Nach der Wanderung kann man schön seine Füße darin baden. Der Aufstieg geht zunächst über gut ausgebaute Wege und Treppen hoch. Die Vegetation verändert sich und man sieht immer mehr Moose und Baumfarne.

Schlucht am Vulkan La Soufrière

Schlucht am Vulkan La Soufrière

Schließlich gelangt man an ein sehr steiles Stück. Die Beschilderung weist es auch als sehr schwierig aus. Langsam wurde es windiger und feuchter von den herumwehenden Wolken. Dennoch stiegen wir das steile Stück hoch. Oben angekommen, wurde man fast weggeblasen. Ich entdeckte ein Betonrefugium rannte mit Martin schnell los, um endlich dem mittlerweile orkanartigen Wind zu entkommen. Im Refugium aßen wir unser Picknick und beschlossen wegen des Orkans nicht weiter um den Krater herum zu gehen und stattdessen wieder abzusteigen. Auf dem Rückweg kamen dann die ganzen anderen Touris teils in Trägerhemdchen und Schlappen. Na viel Spass, dachten wir uns. Abgesehen vom Wind war es nämlich ein gutes Stück kälter oben am Vulkan. Lange Hose und Wanderjacke reichten so gerade.

Unsere nächste Wanderung führte wieder zu Flüssen und Wasserfällen im Regenwald. Die ausgesuchte Route sollte 17 Flussüberquerungen enthalten. Zuerst kletterten wir noch über Steine im Fluss. Bei der dritten Überquerung gaben wir dies auf, zu rutschig. Also einfach mit den Wanderschuhen mitten durch den Fluss laufen. Es war ja nicht kalt. Die Flussdurchquerungen machten mit jedem weiteren Mal mehr Spass. mUnd tatsächlich hatte ich auch nach drei Stunden in patschnassen Schuhen keine Blase.

Bei weiteren Wanderungen standen Wasserfälle auf dem Programm. Einige waren leicht zu erreichen, andere erforderten Kletterpartien. Besonders schön waren die mit Bassins. Der Saute d’Acomat hatte wirklich türkisfarbenes, aber undurchsichtiges Wasser.

Und die Reptilien schienen mich auch hier zu mögen. U.a. ein kleiner grüner Gecko sprang mir bei einer Rast einfach auf’s Knie.

Cascade aux Écrevisses

Cascade aux Écrevisses

Saute d'Acomat

Saute d’Acomat

Gecko

Gecko

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