Danziger Bucht und polnische Sahara

Fischskulptur
In die Niederlande und nach Belgien sind wir schon oft gefahren. Ziemlich unbekanntes Terrain hingegen ist Polen. Eine Freundin stammt aus Gdingen bei Danzig und reist wegen dort lebender Familie öfter dort hin. Sie lud uns ein, ihre Heimat kennen zu lernen. Als persönliche Reiseführerin zeigte Sie uns Gdingen (Polnisch Gdynia), Sopot, Danzig (Polnisch Gdansk), und die „polnische Sahara“.

Danziger KrantorDenkmal Westerplatte
Gdingen, Sopot und Danzig liegen nahe beieinander an der Danziger Bucht. Wegen der räumlichen Nähe nennt man die drei Städte auch Dreistadt. Sie sind gut per öffentlichem Nahverkehr verbunden. Von NRW aus gibt es auch gute Flugverbindungen nach Danzig, da hier viele polnisch stämmige Leute leben. Also ging es Ende August direkt von Köln aus nach Danzig. Unser Hotel lag nahe dem Stadtstrand in Gdingen. Den ersten Abend verbrachten wir in einem der vielen Strandrestaurants an der Ostsee. Daneben ist im Sommer immer eine Kirmes mit großem Riesenrad.
Am nächsten Tag fuhren wir mit der SKM-Bahn nach Danzig. Zu sehen gab es u.a. die historische Altstadt mit dem Krantor. Wir unternahmen auch eine Fahrt auf einem Piratenschiff zur Westerplatte, dem offiziellen Ort für den Beginn des 2. Weltkrieges, eine Halbinsel direkt vor den Toren Danzigs.

Abends ging es wieder in ein Strandrestaurant in Gdingen. U.a. lernten wir die Vielfalt polnischer Wodkas kennen. Mir gefielen die mit Geschmack, insb. Kirsch, Himbeer und Haselnuss.
Am zweiten Tag galt es, die nähere meernahe Umgebung von Gdingen kennen zu lernen. Eine Strandwanderung führte uns bis kurz vor Sopot. In der Nähe der Redlowoklippen machten wir es uns am Strand gemütlich und sprangen ins kühle, grüne Nass der Ostsee.
RedlowoklippenSteg nahe der Redlowoklippen

Gerade einmal 17-18 Grad erreicht die Ostsee im Sommer maximal. Schon etwas frisch, aber die Sonne schien und es waren ca. 26 Grad Lufttemperatur. Im Wasser musste auch wegen scharfkantiger Muscheln aufpassen, wohin man trat. Nach einer Stärkung mit frittierten Sprotten wanderten wir oberhalb des Strandes durch den Wald wieder zurück nach Gdingen. Der letzte Abschnitt führte über die Strandpromenade von Gdingen aus Beton. Vom Aussehen her erinnert mich diese Promenade an den Malecón in Havanna, Kuba. Hier spritzt allerdings keine Gischt, da die Danziger Bucht vor Wind und Wellen gut geschützt ist. Am Ende der Wanderung fuhren wir noch eine Runde auf dem Gdingener Riesenrad.

Ein weiterer Ausflug am dritten Tag führte ins in ein Einkaufszentrum (ja, sowas muss ich mir in einem neuen Land immer ansehen, wenn es eines gibt) und schließlich nach Sopot. Sopot ist „das“ Seebad an der Danziger Bucht. Es ist geprägt von Kurhotels, Strandleben mit diversen Wassersportmöglichkeiten und eine hübsche , kleine Innenstadt mit Cafés und Restaurants. Eine Attraktion ist auch der ca. 500m lange Seesteg in die Ostsee, auf Polnisch genannt Molo. Das Betreten kostet allerdings Eintritt. Einen kostenlos betretbaren Seesteg gibt es nicht weit weg in Gdingen Orlowo nahe den Redlowoklippen, wo wir am Vortag waren. Am Abend joggte ich noch zwei Runden auf dem Malecón von Gdingen.
Abgestorbene Bäume in der polnischen SaharaPolnische SaharaOstsee an der polnischen Sahara
Am letzten Tag mieteten wir uns ein Auto und fuhren zur polnische Sahara an die pommersche Ostseeküste. Auf der Fahrt sahen wir einen Weißstorch, im ländlichen Polen kein ungewöhnlicher Anblick. Die polnische Sahara ist ein Gebiet mit bis zu 42 Meter hohen Wanderdünen, die immer weiter landeinwärts wandern. Um zu den Dünen zu gelangen kann man bis an den Rand des Slowinzischen Nationalpark mit kleinen offenen Bussen fahren und dann ggfs. in einen weiteren offenen Bus umsteigen oder man wandert 5 km durch den Wald. Wir entschieden uns für Letzteres. Man merkte schon in Łeba, dem Ort am Rande des Nationalparks, dass hier der Schutz der Danziger Bucht fehlt. Hier ist es oft so windig, dass man gar nicht zu den Dünen fahren kann. Bei unserem Ausflug ging es, aber auf den Dünen fegte ein starker Wind den Sand durch die Luft. Objektiv der Kamera wechseln ist nicht zu empfehlen. Ein interessantes Motiv bilden abgestorbene Bäume, die bereits halb von den Wanderdünen bedeckt sind.
Betonpromenade Gdingen
Ein letztes Frühstück verbrachten wir am nächsten Morgen in der Sonne mit diversen frechen Spatzen. In 1,5h Flug ging es zurück nach Köln.
Bzgl. der Sprache war ich überrascht, dass einige Wörter doch denen aus romanischen deutlich ähneln, wie z.B. cebula (Zwiebel, Portugiesisch cebola), pomidor (Tomate, Italienisch pomodoro).
Ein polnisches wort, was ich nicht mehr vergessen werde: dziekuje (Danke), gesprochen „tschenkuje“.

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