Das erste Mal Ägypten

Rotmeeranemonenfisch

Das Rote Meer in Ägypten ist DAS Urlaubsziel deutscher Taucher.
Genau deshalb wollte ich bisher nie dorthin, Massentourismus.
Die Unterwasserflora- und Fauna reizte mich aber dennoch all die Jahre, seit ich tauche (1998). Da seit 2011 immer wieder von ausbleibenden Touristen wegen instabiler politischer Lage in Ägypten berichtet wird, die Rotmeerregion aber sicher sein soll, dachte ich, jetzt wäre es an der Zeit, Ägypten eine Woche an zu testen. Durch Recherche in diversen Blogs schien die Region um Marsa Alam herum am besten geeignet, um Massentourismus zu umgehen. Einen guten Bericht las ich auf diverettes.de.

Da Martin und ich normalerweise nicht nur Tauchen, sondern wenigstens ein bisschen Umgebung zum frei bewegen zu Fuss um’s Hotel herum brauchen, entschieden wir uns für Port Ghalib.
Ich kratzte meine letzten Urlaubstage für 2016 zusammen und so flogen wir Ende Oktober für eine Woche zum ersten Mal nach Ägypten. Flüge nach Marsa Alam zu finden, war nicht ganz einfach aufgrund der wegbleibenden Touristen zusammengestrichenen Flugpläne. Insbesondere war es nicht einfach von Samstag bis Samstag zu fliegen. Wir wurden dennoch fündig und flogen auf der Hinreise mit Germania und auf der Rückreise mit Eurowings. Ich hatte mehrere E-Books dabei, da ich vermutete, dass wir außer 2 Tauchgängen am Tag nicht allzu viel machen würden. Auf Ausflüge in die Wüste wollten wir aus Sicherheitsgründen lieber verzichten. Da es ein schönes Hausriff geben sollte, warf ich auch meine langen Apnoeflossen mit ins Gepäck.
Im Hotel angekommen wurde unser Gepäck einmal durchleuchtet und wir mussten durch eine Sicherheitsschleuse gehen. Ähnliches haben wir bisher nur einmal auf Bali in Tuban, nahe Kuta erlebt, wo es schon einmal einen großen Bombenanschlag gab. Nun gut. Unser großes Zimmer war sehr schön ebenso wie die riesige Hotelanlage mit Salzwasserlagune, etc. Etwas verunsichert durchstreiften wir am ersten Abend zunächst das Hotelgelände und versuchten, einen Weg nach draußen zum Hafen zu finden, wo sich unsere Tauchbasis befand. Wie sich herausstellte, wurde der Sicherheitscheck im Hotel nur bei der Ankunft durchgeführt. Mit Hotelbändchen guckte da keiner mehr genauer hin. Etwas unsicher verhielten wir uns anfangs auch gegenüber dem ägyptischen Personal im Hotel und bei der Tauchbasis. Praktisch nur Männer. Muslimisches Land und ich als Frau auch noch mit kurzen Haaren… War schließlich aber doch alles entspannt.
Allerdings in Sachen Formalitäten war mir neu, dass man unter 40 ein nur max. 1 Jahr altes Tauchtauglichkeitsattest benötigt. Ist in Ägypten anscheinend so und da meines 1,5 Jahre alt war, musste ich ein Gesundheitsformular ausfüllen. Wie auch immer, schon der erste Tauchgang am Hausriff war eine tolle Sache. Wir sahen u.a. unseren ersten Napoleonfisch. Es folgten Ausflüge mit dem Minibus in die nähere Umgebung sowie ein Tagesausflug mit dem Boot und diverse Hausrifftauchgänge. Meine Highlights waren die Rotmeeranemonenfische, die arabischen Doktorfische und ein Nachttauchgang mit einer vor lauter Garnelenaugen glitzernden Riffwand.

Arabischer Doktorfisch

Maskenfalterfische

Minibustrips kannte ich bisher nur als 2-Tank-Dives, in Port Ghalib gab es immer nur einen Tauchgang. Auch der Bootstrip war anders. Das Boot war mit 2 Decks deutlich größer als das, womit wir bisher so unterwegs waren. Auch Toiletten mit Duschen hatten wir vorher nie auf dem Boot. Die Pause zwischen den beiden Tauchgängen fand ich mit 3h sehr lang. Es gab zwar zwischendurch Mittagessen, aber dennoch. Hier frage ich mich, ob das immer so in Ägypten läuft. Und kaum aus dem Wasser, montierten die Helfer an Bord einem die Flasche ab, während man noch das Jacket auf dem Rücken hatte. Eigentlich mache ich so etwas lieber selbst. Am schönsten fand ich die Hausrifftauchgänge. Sich inkl. Ausrüstung zum Einstiegspunkt bringen lassen, selbstständig tauchen und am vereinbarten Treffpunkt wieder abholen lassen.
Die Wassertemperatur lag Ende Oktober/Anfang November an der Oberfläche bei 28 Grad, sonst durchweg bei 27 Grad. Luft ähnlich. Nur auf dem Boot war es schon recht windig, so dass ich das nächste Mal einen Kapuzenpulli mit längerer Boardshorts mitnehmen würde.
Die E-Books habe ich übrigens nur im Flugzeug gelesen. Es war schön, einfach nur mal am Strand, Hotelpool oder auch im Hotelzimmer zu liegen und zu entspannen. Im Hotel gab es jeden Abend ein spezielles Buffet. Das beste war das richtig ägyptische mit orientalischen Tänzen.
Fazit: Wir haben neben den Kanaren ein neues halbwegs nahes Tauchziel gefunden, wo wir für kürzere Urlaube von einer Woche gerne wieder hinreisen werden.
Und für einen Einblick in die Unterwasserwelt hier 2 Videos auf Youtube:

Egypt for the first time

Nightdiving in Egypt

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