Dieses Jahr bin ich zum ersten Mal zur Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft gefahren.

Die diesjährige Tagung fand an der FU Berlin im neuen Seminarzentrum mit zugehörigem Hotel statt. Nett, leider hatte ich kein Zimmer direkt dort.

Seminarkubus FU Berlin

Seminarkubus FU Berlin

Von Berlin selbst habe ich nicht viel gesehen, dafür waren die Vorträge zu interessant und die kurzen Pausen wollten durch anregende Gespräche mit Gleichgesinnten ausgefüllt werden.

Das Kommunikations- und Nachrichtenmedium schlechthin war Twitter. Auf einer Twitterwall waren alle Tweets der Teilnehmer mittels des Hash-Tags #bel09 zu sehen. Während der Vorträge sah man sehr viele Leute mit geöffnetem Twitterclient auf Laptop oder Smartphone. Die Vorträge wurden live kommentiert. Das war z.B. bei einem weniger interessanten Vortrag spannend, da die Meinungen der Zuhörer direkt bei Twitter zu lesen waren. Akkustisch gesehen war das Publikum still, nicht aber im Twitterstream.

Der Twittereinsatz auch mit einem Account der Veranstalter für wichtige Hinweise, war neu für GMW-Tagungen, siehe Rückblick von Gabi Reinmann. Nicolas Apostolopoulos, wissenschaftlicher Leiter der GMW09, hob in seinem Schlussworten auch hervor, dass dieses Mal sehr viele junge Teilnehmer dabei gewesen wären. Von diesen sind nicht wenige bereits lange aktive Twitterer. Der offizielle Einsatz ihres gewohnten Kommunikationsmediums kam den Teilnehmern daher sehr gelegen.

Zu Beginn der Tagung wurde auch eine Liste der Top-20 E-Learning-Twitterer verbreitet. Dies führte dazu, dass ich innerhalb von 2 Tagen diverse neue Follower trotz geschütztem Account bekam. Den einen oder anderen lernte ich dann auch persönlich können. Nun, ich gehöre wohl zu der Gruppe der „aktiven User“ wie Michael Kerres schreibt. Allerdings kenne ich ein Phänomen dieser jüngeren Generation nur vom Hörensagen: Barcamps. Von der „Funktionsweise“ von Barcamps erzählten auch Marcel Kirchner und Thomas Bernhardt vom E-Learning 2.0-Blog beim neu gegründeten Doktorandenforum. Sollte ich auch mal zu so etwas hingehen?

Das Doktorandenforum wird demnächst zur Austauschunterstützung auch auf Socialsoftwaretools setzen und eine Online-Community auf mixxt.de aufsetzen. Inhaltlich von der GMW gewünscht wurden spezielle Weiterbildungen für Doktoranden von Forschungsmethoden über Drittmittelantragstellung hin zu allgemeinen Finanzierungsmöglichkeiten während der Promotionsphase. Aber auch die beiden bereits promovierten Initiatoren aus dem GMW-Vorstand, Marianne Merkt und Ulf-Daniel Ehlers, wollten gerne ihre Erfahrungen aus der Promotionszeit, die nirgendwo geschrieben stehen aber wichtig zu wissen sind, an uns weitergeben. Für die nächste GMW-Tagung soll es wahrscheinlich einen Extratrack bei der Preconference für Doktoranden geben. Das wird ähnlich ablaufen wie das Forschungskolloquium des Lehrstuhls für Mediendidaktik und Wissensmanagement an der UDE, allerdings werden die Vortragenden vorher auch auf Punkte hinweisen, wo sie Probleme haben und gerne Feedback haben möchten, um speziell ihren Schwierigkeiten Hilfestellungen zu bekommen. Aber gerade beim Doktorandenforum kamen wieder Überlegungen auf, als was ich eigentlich fühle, Doktorand oder Mitarbeiter in einem IT-Service-Betrieb, der keinerlei Bezug zu Forschung hat. Manchmal sehr verwirrend.

Abgesehen davon gab es viele interessante Vorträge, die aufzeigten, dass andere Hochschulen teils schon bei einigen Dingen experimentiert haben, die uns an der FH Köln bisher nur in ersten Ideen beschäftigen. Da lässt sich hervorragend aus den Erfahrungen der anderen lernen. Insbesondere bzgl. der bei uns geplanten E-Learning-Community für Lehrende gibt es einige Fallen, in die wir nun nicht auch noch tappen müssen. Die Erfahrungen des E-Learning-Netzwerkes Hessen werden uns da sehr hilfreich sein.

Fazit: Es waren spannende 4 Tage, in denen ich über vieles aus Arbeit und Diss reflektieren konnte und so mal wieder den Blick auf den Wald und nicht nur die Bäume bekommen habe.