Abenteuer Yucatán – Unterirdische Flüsse, Zelten im Dschungel, Kayaking an der Grenze zu Belize

Cenotentauchen war zwar der Hauptzweck unseres Yucatánurlaubs, aber ein bisschen was von der Umgebung lernen wir auch immer gerne zuerst kennen.

Daher begann unsere Reise eigentlich mit einem kleinen Abenteuerpaket.

Die erste Station war der Rio Secreto, ein unterirdischer Fluss im Kalksteinschweizerkäse Yucatáns. Im Grunde genommen war dies sehr ähnlich zu den später folgenden Cenotentauchgängen allerdings war diese Flusswanderung eben ohne Tauchgerät möglich. Ca. anderthalb Stunden drangen wir in die Unterwelt ein, auch zwei mal absichtlich völlig ohne Licht. Eine seltsame Erfahrung tief in einem Höhlensystem völlig ohne Licht zu sitzen/schwimmen. Man verliert relativ schnell die Orientierung, wenn keine Führungsleine oder Ähnliches vorhanden ist. Mehr zu Cenoten und den Höhlensystemen im vorigen Post.

Flusswanderung Rio Secreto

Zweite Station bildete die Mayastätte Tulum direkt am karibischen Meer. Die einzige direkt am Meer meines Wissens nach. Allerdings besaßen die alten Maya an der Karibikküste in 5km-Abständen kleine Häuschen, die als Nachrichtenübermittlungsstationen dienten. Dort fand immer die Übergabe der Nachricht an den nächsten Boten statt. Dass System soll sehr gut funktioniert haben. Durch die gute Zugänglichkeit der Mayastätte ist Tulum allerdings stark von Touristen überlaufen. Wenn man noch keinen Kontakt zu Leguanen hatte, sollte man Tulum aber nutzen, den Tieren näher zu kommen. Die ruhigen Reptilien lassen Menschen recht nah dran, bevor sie flüchten.

Leguan in Tulum

Noch am selben Tag ging es weiter nach Chetumal, der Hauptstadt des Bundesstaates Quintana Roó. Chetumal liegt an der Grenze zu Belize, daher ist hier ein gewisser Grenztourismus zu verzeichnen. Da das Nachbarland Belize allerdings auch nicht besonders reich ist und auch nicht zu den üblichen Drogenrouten gehört, ist es in Chetumal sehr friedlich. Für uns war die Stadt allerdings auch nur einen Durchgangsstation zum Zeltlager bei dem kleinen Dorf La Unión rund 90km weiter westlich und ebenfalls direkt an der Grenze zu Belize.

Zelten, nicht unbedingt meine Traumunterkunft, aber das gehörte zum Paket dazu. Einfach mal mitmachen 🙂

Zeltcamp La Unión

Wegen der oft heftigen Regengüsse in der Regenzeit (Juni bis September) standen alle Zelte allerdings unter einem festen Palmendach und auf einer erhöhten Holzplattform. Es gab auch ein festes Gebäude, wo Küche, Sanitäranlagen und eine Art Aufenthaltsraum untergebracht waren. Alles wegen der ständig hohen Temperaturen relativ offen. Die Duschen befanden sich unter freiem Himmel. Nicht selten duschten wir im Regen, da das Wetter in der ersten Woche doch sehr durchwachsen war. Einmal mussten wir unser Zelt von innen auch festhalten, da ein Sturm aufzog. Nach einer halben Stunde war der Spuk aber vorbei. Continue Reading

The Great Blue Hole

Als Taucher hört man im Zusammenhang mit Belize als erstes vom Blue Hole, was Jaques Cousteau in den 70ern entdeckte. Da wollten wir auch hin, auch wenn es ein eher unspektakulärer einfach nur kurzer, tiefer Tauchgang sein sollte.

Das Blue Hole befindet sich im Lighthousereef rund 2-3 Bootsstunden von San Pedro entfernt. D.h. wenn man von dort aus fährt, wird es eine Tagestour. Amigos del Mar boten diese mit 2 zusätzlichen Tauchgängen und einem Spaziergang in einem Rotfusstölpelreservat an. Angesichts des guten Programms ist der relativ hohe Preis gerechtfertigt, 250 US-Dollar pro Person.


Größere Kartenansicht
Auf der Fahrt zum Blue Hole wurden wir von Delfinen und Fliegenden Fischen begleitet. Die Fahrt ist teilweise nichts für Leute mit empfindlichem Magen, da man teils über das offene Meer fahren muss, was in Belize schnell sehr wellig ist.

Wie ist es nun, im Blue Hole zu tauchen? Laut meinem Logbucheintrag dauerte der gesamte Tauchgang gerade 32 min, davon waren lediglich ca. 8 min abtauchen und auf einer Tiefe von ca. 40-42 m bleiben. Es war auch ein Dekotauchgang, so gerade eben laut meinem Computer. Wo sonst das Wasser 27 Grad warm war, so hatte es in der Tiefe „nur“ 23 Grad. Im Shorty sind 23 Grad aber ggfs. schon etwas frisch. In der Tiefe konnten wir dann Stalaktiten und Stalakmiten sehen. Das Blue Hole war einmal eine trockene Höhle, nur dort können Tropfsteine entstehen, niemals in einem gefluteten Loch. Leider war es so dunkel dort, dass die meisten meiner Aufnahmen nichts geworden sind. Nur ein paar Stalaktiten gingen noch.

Spannend war der Tauchgang für Martin und mich auch deshalb, weil wir noch nie so tief waren. Beim Briefing wurden wir auf die Gefahr eines Tiefenrausches und die Symptome hingewiesen. Sollte diese auftreten, sofort beim Guide melden und etwas auftauchen. Ich frage mich allerdings, ob ich mich wirklich beim Guide gemeldet hätte, wenn sich das Gefühl eingestellt hätte, dass dies der „Best Dive ever!“ gewesen wäre.

Nichts dergleichen geschah. Beim Auftauchen sahen wir dann einige nicht so harmlose Graue Riffhaie.

Die beiden weiteren Tauchgänge fanden bei Half Moon Caye statt. So eine richtige Bountyinsel wie aus der Werbung. Besonders das Aquarium, so der Name eines der beiden Spots, bot wirklich eine Sicht wie im Aquarium.

Es gab wieder viele verschiedene Engelsfische, Schildkröten, Tüpfelritterfische und riesige Fassschwämme.

Die kompletten Unterwasserfotos gibt es auf Flickr.

Rotfusstölpel im Baum