Herbst im Fühlinger See

Tag der deutschen Einheit, wahrscheinlich das letzte Mal für dieses Jahr bin ich heute mit 3 Leuten von Kölnisch Wasser (Gabi, Bernd und Julian) und einem weiteren vom DLRG Lülsdorf im Fühlinger See abgetaucht. Letztes Mal, da ich nur einen Halbtrockentauchanzug besitze und es langsam etwas zu kalt dafür wird. Ziel war heute ein Tauchplatz, den ich „Aquarium“ nennen würde. Er befindet sich am Übergang zu See 4. Dort wachsen sehr viele Pflanzen, geradezu ein Dickicht, hauptsächlich bestehend aus Hornkraut, ährigem Tausendblatt und Laichkraut. Viele Pflanzen = super Versteck für kleine Fische und die gibt es dort zuhauf, so dass man eben wie in einem Aquarium von lauter kleinen silbernen Fischen umschwärmt wird. Und wo es viele kleine Fische gibt, gibt es auch große, die diese fressen. Das Aquarium ist also ein idealer Ort, um große Hechte bei der Jagd zu beobachten.

Fischgewimmel im Aquarium

Fischgewimmel im Aquarium

Hecht im Hornkraut

Hecht im Hornkraut

Der schönste Hecht

Der schönste Hecht

Abgesehen von großen Fischen kann man aber schönes Kleinzeug wie Moostierchen oder Süßwasserschwämme am Einstiegsponton anschauen. Und ein Autowrack, wo sich auch viele Barsche drin tummeln. Die Sicht ist derzeit noch gut, aber es ist bereits durch beginnende Herbststürme eine Eintrübung zu beobachten. Auch die Temperatur ändert sich mittlerweile rasch. Noch vor einer Woche lag die Wassertemperatur oberhalb der Sprungschicht bei 17 Grad, am Dienstag bei 16 und heute nur noch bei 15 Grad. Es ist eben Herbst und geht auf den Winter zu. Die Sprungschicht beginnt derzeit bei 7m. Die Schicht selbst ist nicht nur kalt, sondern auch sehr trüb. Typisch für den Fühlinger See. Aber auch deren jahreszeitliche Veränderung konnte ich dieses Jahr gut beobachten. Ende Juni begann sie noch bei ca. 4m und im Laufe des Sommers wärmte sich das Wasser bis auf 7m Tiefe durch. Ich bin gespannt, wie sich der Fühlinger See nächstes Jahr präsentiert.

Autowrack

Autowrack

Moostierchen und Muscheln

Moostierchen und Muscheln

Süßwasserschwamm

Süßwasserschwamm

Diving East – Die Goldene Aue

Ein kleiner Ausflug in andere Tauchgewässer als die üblichen rund um Köln führte Martin und mich nach Nordhausen in Thüringen. Die dortigen Seen der Goldenen Aue sollten laut Beschreibung für deutsche Seen sehr klares Wasser haben. Abgesehen davon ist dies das neue Tauchgewässer von Freunden aus unserem Kölner Verein, die es beruflich nach Südniedersachsen verschlagen hat. Der Ausflug wurde also auch zu einem kleinen Treffen genutzt. Von der Oberfläche aus gesehen kommen die Seen der Goldenen Aue recht unscheinbar daher. Sie befinden sich in einem Industriegebiet. Betaucht haben wir zwei der Seen, zuerst den 46m tiefen Möwensee und später mehrfach den nicht ganz 30m tiefen Sundhäuser See. Wahrscheinlich aufgrund der Hitze der vergangenen Wochen war das Wasser nicht mehr so klar wie üblich, vermehrter Algenwuchs? Für uns Kölner aber immer noch ziemlich gute Sicht mit ca. 6m in bläulichem statt grünem Wasser.

Rosa Laichkraut

Rosa Laichkraut

Die Autorin

Die Autorin

Die Seen fallen in die Kategorie oligotroph, also eher nährstoffarm. Der Möwensee als jüngster der Seen bietet bisher kaum Bewuchs, aber eben Tiefe und viele Krebse, es gab Flächen mit vielen Löchern und in jedem sass ein Krebs. Um genau zu sein waren es Edelkrebse, eine in Europa einheimische Art. Bevor es zu den Krebsen ging, verabschiedete sich allerdings mein Tauchcomputer. Auf 37m zeigte er plötzlich eine Wassertemperatur von 0 Grad an, was aufrgrund der Dichteanamolie des Wassers nicht sein konnte. Ich sank weiter bis auf 40m ab und stoppte. Der Computer war allerdings der Ansicht, ich sänke weiter. 52m, 78m und dann nur noch Fehlermeldungen. Nun ja, die Gruppe hatte je noch zwei weitere funktionierende Computer und so ging der Tauchgang ohne weitere Vorfälle weiter.

Edelkrebs

Edelkrebs

Der Sundhäuser See bot deutlich mehr Unterwasserattraktionen. Wir tauchten hier über unterseeische Wiesen (auch in 20m Tiefe) zu einer Freiheitsstatute und einem betauchbaren Wrack, einem Fischkutter. In den Wiesen lagen teils weiße Nebel. Wirkte fast als schwebe man über einem herbstlichen Hochmoor. Der weiße Nebel, biogene Entkalkung? Sicher bin ich nicht.

Freiheitsstatue

Freiheitsstatue

Weißer Nebel in der Wiese

Weißer Nebel in der Wiese

Unterwasserwald

Unterwasserwald

Bei weiteren Tauchgängen sahen wir diverse Barschschwärme mit sehr großen Exemplaren in rosafarbenem Laichkraut, einen kleinen Hecht und viele, sehr große Spiegelkarpfen. Auch diverse Süßwasserschwämme entdeckten wir sowie ganze Armleuchteralgenwiesen. Letztere habe ich zum ersten Mal gesehen.

Süßwasserschwamm am Seil

Süßwasserschwamm am Seil

Armleuchteralgen

Armleuchteralgen

Junghecht im Laichkraut

Junghecht im Laichkraut

Barschschwarm

Barschschwarm

Spiegelkarpfen

Spiegelkarpfen

Ein paar weitere Daten: Die Sprungschicht lag zwischen 6-8m. Darüber waren es 20-23 Grad, darunter recht schnell 7-9 Grad. Im Sundhäuser See war die Sicht bei 20m und tiefer eher schlecht, maximal 3m. Dennoch reichte das Sonnenlicht, dass man keine Lampe benötigte außer um Farben besser zu sehen. Auf 40m im Möwensee benötigte man auch keine, was ich für Süßwasser schon ungewöhnlich finde.

Mein Buddy Martin

Mein Buddy Martin

Süßwasserschwamm

Süßwasserschwamm