Walhaischnorcheln und sich treiben lassen mit Meeresschildkröten

Die Regenzeit in Yucatán bietet außer Tropengewittern, Regen und Stürmen allerdings auch schöne Ereignisse, die es in der Trockenzeit nicht gibt.

Ab Juni ziehen große Gruppen von Walhaien durch die Gewässer vor Cancun. Walhaie sind die größten Fische der Erde und ihre Bestände sind gefährdet. Es ist ein echtes Erlebnisse diese riesigen sanften Tiere fast in Körperkontaktnähe zu sehen. Direkter Körperkontakt ist übrigens verboten, man darf mit ihnen auch nur Schnorcheln und nicht Gerätetauchen. Die Haut der Tiere ist sehr empfindlich, so dass man als Schnorchler auch keine Sonnencreme auftragen darf. Schon eine gewisse Herausforderung an hellhäutige Mitteleuropäer in den tropischen Breitengraden.

Nun gut, wir trugen bei unserem Ausflug Shortys und es gab ein Sonnensegel auf dem Boot, so ging es einigermaßen. Mit einem Guide durften jeweils zwei Schnorchler mit den Walhaien schwimmen. Wir trafen auf eine wirklich große Gruppe von Tieren ca. 50 bis 100 waren es. Ich hatte damit gerechnet, dass wir ein bis zwei sehen würden und denen hinterherjagen müssten. Brauchten wir nicht, einmal umdrehen und da waren die nächsten, die auf einen zu schwammen. Nur des Planktons wegen, Menschen sind den Walhaien ziemlich egal. Allerdings kamen sie so dicht, dass wir aufpassen mussten, nicht von der riesigen Schwanzflosse erwischt zu werden.

Walhai frisst Plankton

Da die Karibikküste Mexicos auch den nördlichen Part des Belizebarriereriffs beheimatet sind auch normale Meerestauchgänge hier schön. 6 davon machten wir dann doch. Im Gegensatz zu Belize waren es größtenteils Strömungstauchgänge. Bei fast allen konnten wir uns mit Meeresschildkröten treiben lassen und diese beim Fressen beobachten.

Taucher mit Meeresschildkröte

Bei 29 Grad warmen Wasser kam nicht mal ein Ansatz von Frösteln auf. Auch vor Mexico gibt es viele schöne Korallen, diverse Kaiserfische, grüne und gefleckte Muränen, riesige Vasenschwämme, aber auch die hier die nicht beheimateten zur Plage gewordenen Rotfeuerfische. Letztere sind vor Mexico allerdings bereits stark gejagt worden, so dass sich die Bestände hier im Gegensatz zu Belize deutlich in Grenzen hielten. Ammenhaie und Rochen sahen wir nur einmal, dafür aber diverse Anemonen und ca. 1,5 m lange Papageienfische.

Grüne Muräne

Diadem Kaiserfisch

Anemone

Rotfeuerfisch

Ab der zweiten Woche hatten wir übrigens fast nur noch Sonnenschein. Von daher kein Problem auch in der Regenzeit zu kommen. Es blitzt schon mal plötzlich im völlig blauen Himmel oder man hört Donner und sieht nirgendwo die zugehörigen Wolken. Dauerregen wie Deutschland ist eher selten. Wie es etwas später in der Hurricansaison ist, weiss ich allerdings nicht.

Abenteuer Yucatán – Unterirdische Flüsse, Zelten im Dschungel, Kayaking an der Grenze zu Belize

Cenotentauchen war zwar der Hauptzweck unseres Yucatánurlaubs, aber ein bisschen was von der Umgebung lernen wir auch immer gerne zuerst kennen.

Daher begann unsere Reise eigentlich mit einem kleinen Abenteuerpaket.

Die erste Station war der Rio Secreto, ein unterirdischer Fluss im Kalksteinschweizerkäse Yucatáns. Im Grunde genommen war dies sehr ähnlich zu den später folgenden Cenotentauchgängen allerdings war diese Flusswanderung eben ohne Tauchgerät möglich. Ca. anderthalb Stunden drangen wir in die Unterwelt ein, auch zwei mal absichtlich völlig ohne Licht. Eine seltsame Erfahrung tief in einem Höhlensystem völlig ohne Licht zu sitzen/schwimmen. Man verliert relativ schnell die Orientierung, wenn keine Führungsleine oder Ähnliches vorhanden ist. Mehr zu Cenoten und den Höhlensystemen im vorigen Post.

Flusswanderung Rio Secreto

Zweite Station bildete die Mayastätte Tulum direkt am karibischen Meer. Die einzige direkt am Meer meines Wissens nach. Allerdings besaßen die alten Maya an der Karibikküste in 5km-Abständen kleine Häuschen, die als Nachrichtenübermittlungsstationen dienten. Dort fand immer die Übergabe der Nachricht an den nächsten Boten statt. Dass System soll sehr gut funktioniert haben. Durch die gute Zugänglichkeit der Mayastätte ist Tulum allerdings stark von Touristen überlaufen. Wenn man noch keinen Kontakt zu Leguanen hatte, sollte man Tulum aber nutzen, den Tieren näher zu kommen. Die ruhigen Reptilien lassen Menschen recht nah dran, bevor sie flüchten.

Leguan in Tulum

Noch am selben Tag ging es weiter nach Chetumal, der Hauptstadt des Bundesstaates Quintana Roó. Chetumal liegt an der Grenze zu Belize, daher ist hier ein gewisser Grenztourismus zu verzeichnen. Da das Nachbarland Belize allerdings auch nicht besonders reich ist und auch nicht zu den üblichen Drogenrouten gehört, ist es in Chetumal sehr friedlich. Für uns war die Stadt allerdings auch nur einen Durchgangsstation zum Zeltlager bei dem kleinen Dorf La Unión rund 90km weiter westlich und ebenfalls direkt an der Grenze zu Belize.

Zelten, nicht unbedingt meine Traumunterkunft, aber das gehörte zum Paket dazu. Einfach mal mitmachen 🙂

Zeltcamp La Unión

Wegen der oft heftigen Regengüsse in der Regenzeit (Juni bis September) standen alle Zelte allerdings unter einem festen Palmendach und auf einer erhöhten Holzplattform. Es gab auch ein festes Gebäude, wo Küche, Sanitäranlagen und eine Art Aufenthaltsraum untergebracht waren. Alles wegen der ständig hohen Temperaturen relativ offen. Die Duschen befanden sich unter freiem Himmel. Nicht selten duschten wir im Regen, da das Wetter in der ersten Woche doch sehr durchwachsen war. Einmal mussten wir unser Zelt von innen auch festhalten, da ein Sturm aufzog. Nach einer halben Stunde war der Spuk aber vorbei. Continue Reading